RCF NXL 14-A mit SUB 15-AX im DJ- und Event-Einsatz

Mein Erfahrungsbericht der RCF NLX14A Tops mit den AX-15 SUB Bässen als DJ Setup 2026


Nach mehreren Jahren mit meinem bisherigen Setup aus zwei QSC K10.2 Tops und einem EV EKX18SP Subwoofer war für mich klar, dass der nächste Schritt kein reines Upgrade um des Upgrades willen sein sollte. Ausschlaggebend waren drei sehr pragmatische Kriterien: ein kompakteres Transportmaß, ein klanglich erwachseneres System mit mehr Kontrolle im Kick-Bereich sowie ein Setup, das auch bei höheren Pegeln nicht anstrengend wird. Zusätzlich beeinflusst hat mich ein ausführliches Review von Nick Spinelli, in dem viele der Punkte angesprochen wurden, die auch für meinen Anwendungsbereich relevant sind.

Kompakt. Das sieht schick aus.

Aus diesen Gründen fiel die Entscheidung auf ein RCF-System mit zwei NXL 14-A Tops in Kombination mit zwei SUB 15-AX Subwoofern. Die Reihenfolge der Inbetriebnahme war dabei aufschlussreich. Zunächst standen die Tops allein im Raum, was sehr schnell gezeigt hat, dass dieses System konsequent als subgestützte Lösung gedacht ist. Ohne Subwoofer wirkten die Tops für meinen Einsatzbereich zu schlank. Vor allem fehlte mir die Möglichkeit, den Grundtonbereich sauber und kontrolliert über den EQ zu ergänzen. Das war für mich weniger ein Hinweis auf einen schlechten Lautsprecher, sondern vielmehr die klare Erkenntnis, dass diese Betriebsart nicht sinnvoll ist und auch nicht fair bewertet werden kann. Mit dem ersten Subwoofer änderte sich das Bild deutlich, mit dem zweiten wurde das System dann schlüssig.

Ein nicht zu unterschätzender Faktor beim Upgrade war die Transportrealität. Zwei SUB 15-AX lassen sich problemlos im Auto transportieren, während zwei große 18-Zoll-Subwoofer in einer vergleichbaren Leistungsklasse für meinen Alltag schlicht unpraktikabel gewesen wären. Ich war bereit, dafür mehr Geld zu investieren, mit der Erwartung, am Ende spürbar mehr Qualität, Kontrolle und Alltagstauglichkeit zu bekommen. Mein typischer Einsatzbereich liegt bei Veranstaltungen mit etwa 60 bis 150 Personen. Hochzeiten sind dabei der Hauptanwendungsfall, ergänzt durch gelegentliche Corporate-Events und vereinzelt kleinere Club- oder Partyformate.

Der Bestell- und Lieferprozess verlief allerdings deutlich holpriger als erwartet. Den zweiten Subwoofer hatte ich zunächst als B-Ware bestellt, wodurch sich Ursachen im Nachhinein nicht immer eindeutig trennen lassen. Fakt ist jedoch, dass dieser Subwoofer mit einem klaren Transportschaden ankam. Konkret war ein Teller beschädigt, es gab hörbare mechanische Auffälligkeiten und das Gehäuse war sichtbar deformiert. Das ist in dieser Preisklasse ärgerlich, der Umgang damit war jedoch vorbildlich. Thomann hat den Austausch ohne Diskussion, Verzögerung oder Relativierung abgewickelt.

Das gesamte Setup verpackt.

Nach dem Ersatz trat allerdings ein weiteres Problem auf. In der RCF LiveRemote App wurde einer der Subwoofer auffällig rot markiert und verhielt sich anders als das zweite, baugleiche Modell. Zusätzlich zeigten sich Unterschiede in der Gerätekennung und im internen Status, die sich weder logisch erklären noch reproduzierbar beheben ließen. Auch dieses Gerät ging zurück und wurde erneut unkompliziert gegen Neuware getauscht. Der gesamte Prozess war für mich persönlich extrem nervig, gleichzeitig muss man fairerweise sagen, dass der Händler genau so reagiert hat, wie man es sich wünscht. Rückblickend wurde der Verdacht auf ein Firmware- oder Softwarethema nie wirklich tiefgehend analysiert. Es gab zwar die Einschätzung, dass ein Softwareproblem nicht ausgeschlossen ist, am Ende wurde das betroffene Gerät jedoch ersetzt, ohne dass die Ursache technisch eindeutig geklärt wurde.

Klanglich zeigt sich relativ schnell, warum ich trotz dieser Startschwierigkeiten beim System geblieben bin. Wenn alles sauber läuft, liefert die Kombination aus NXL 14-A und SUB 15-AX einen sehr direkten und präzisen Punch, genau in dem Bereich, der für moderne DJ-Setups entscheidend ist. Besonders positiv ist, dass der Sound auch bei höheren Pegeln kontrolliert bleibt und nicht schneidend oder ermüdend wirkt. Das System wird laut, ohne in den Ohren weh zu tun. Gleichzeitig musste ich akzeptieren, dass Punch kein Preset ist, das man einfach aktiviert. Der Kick-Bereich muss gezielt über EQ und DSP erarbeitet werden. Die Mitten und Höhen habe ich inzwischen sehr gut eingestellt, beim Punch tweake ich je nach Raum weiterhin, da die letzten Prozent stark von Aufstellung und Akustik abhängen.

Der „Raum“ war auch der Grund, warum meine erste Vergleichswahrnehmung zunächst irritierend ausfiel. In einem frühen Test habe ich die Tops mit den Subwoofern outdoor direkt mit einem einzelnen 18-Zoll-Subwoofer und gleichen Tops verglichen. In dieser Konstellation hatte ich subjektiv deutlich weniger Tiefbass. Indoor zeigte sich dann ein ganz anderes Bild. Mit zwei SUB 15-AX war der Bass nicht nur vorhanden, sondern das System hat im wahrsten Sinne des Wortes gepuncht und den Raum sehr überzeugend gefüllt. Das extrem tiefe Wummern großer 18-Zoll-Setups fehlt natürlich, das ist für mich jedoch kein Nachteil. Mir ist kontrollierter Punch wichtiger als maximaler Tiefbass, der bei Hochzeiten und Corporate-Events häufig eher Probleme verursacht, etwa durch Beschwerden oder schlechte Sprachverständlichkeit.

Ein Thema, das mich von Beginn an beschäftigt hat, ist der Noise Floor der NXL 14-A. Direkt vor dem Lautsprecher ist ein deutlich hörbares Grundrauschen vorhanden, spürbar stärker als bei den QSC K10.2 im identischen Setup, selbst ohne angeschlossene Signalquelle. Mein erster Eindruck war, dass hier entweder Gain-Staging, Stromversorgung oder ein Defekt eine Rolle spielen könnten. Genau aus diesem Grund habe ich einen ausführlichen Thread auf Reddit gestartet, um Erfahrungswerte aus realen Setups zu sammeln. Dabei zeigte sich schnell, dass ich mit diesem Eindruck nicht allein bin. Mehrere Nutzer beschrieben ein sehr ähnliches Verhalten, teilweise auch mit Messungen und EQ-Kurven.

Parallel dazu habe ich RCF Deutschland kontaktiert. Das Rauschen lässt sich nicht eindeutig einer einzelnen Ursache oder Firmwareversion zuordnen. Es deutet eher auf ein Zusammenspiel aus hoher Eingangsempfindlichkeit, DSP-Auslegung und der Konzeption für sehr unterschiedliche Signalquellen hin. Laut RCF ist diese hohe Eingangsempfindlichkeit bewusst gewählt, damit DJs im Zweifel direkt aus einem DJ-Mixer in den Lautsprecher gehen können. In etwa einem Meter Abstand ist das Rauschen bei diesen Baureihen durchaus wahrnehmbar. Im realen Einsatz relativiert sich das, sobald Musik läuft. Zusätzlich lässt sich das Verhalten entschärfen, indem man die Eingangsempfindlichkeit an den Lautsprechern reduziert und dafür mit höherem Ausgangspegel aus dem Mischpult arbeitet, wofür professionelle Pulte ausreichend Reserven bieten. Das Thema mit dem in der App rot markierten Subwoofer wurde ebenfalls angesprochen. Ein Softwarefehler wurde nicht ausgeschlossen, ohne konkrete Analyse ließ sich die Ursache jedoch nicht eindeutig benennen.

Sehr positiv hervorzuheben ist der DSP im SUB 15-AX. Besonders gelungen ist die Möglichkeit, direkt im Subwoofer einzustellen, dass NXL 14-A Tops angeschlossen sind. Das erleichtert die Systemintegration deutlich, inklusive sinnvoller Trennung und Phasenabstimmung. Firmware-Updates am Sub lassen sich grundsätzlich unkompliziert aufspielen, was im Alltag wichtig ist. Dass RCF die Plattform softwareseitig weiterentwickelt, ist ein positives Signal, auch wenn sich erst zeigen muss, wie stark sich zukünftige Firmware-Stände in der Praxis auswirken.

Auch beim Stromanschluss merkt man, dass das System für mobilen Einsatz gedacht ist. PowerCON TRUE1 ist im Alltag ein echtes Plus. Das Durchschleifen von Strom ist sauber gelöst, reduziert Kabelsalat und fühlt sich deutlich touring-tauglicher an als klassische Kaltgeräteanschlüsse.

Deutlich kritischer sehe ich die RCF LiveRemote App. Funktional ist vieles vorhanden, die Bedienlogik wirkt jedoch nicht zeitgemäß und teilweise unnötig kompliziert.


RCF LiveRemote App – Eieiei..

Ich nutze die RCF LiveRemote App mit einem einzelnen RCF-System bestehend aus zwei NXL 14-A Tops und zwei SUB 15-AX Subwoofern. Aus Hardware-Sicht ist dieses Setup hervorragend. Klangqualität, DSP-Funktionen und das Gesamtkonzept des Systems wurden offensichtlich von Menschen entwickelt, die professionelles Audio sehr gut verstehen. Die App bietet bereits Zugriff auf viele leistungsfähige Funktionen und könnte mit gezielten Verbesserungen zu einem wirklich herausragenden Steuerungswerkzeug werden.

Einer der zentralen Bereiche mit Verbesserungspotenzial ist das Interaktionsdesign. Viele Parameter, insbesondere die EQ-Einstellungen, werden über virtuelle Drehregler gesteuert. Obwohl dies physische Hardware nachahmt, ist diese Art der Bedienung für Touch-Oberflächen nur bedingt geeignet. Präzise Einstellungen sind schwierig, und sobald der Finger auf einem Regler liegt, ist der numerische Wert häufig verdeckt. Alternative, touch-optimierte Bedienelemente, Wertüberlagerungen oder Feinjustier-Modi würden die Präzision und das Vertrauen beim Einstellen deutlich erhöhen.

In diesem Zusammenhang würde die App auch von flexibleren Darstellungsoptionen profitieren. Eine Vollbild-Ansicht des EQs würde detaillierte Anpassungen erheblich erleichtern, insbesondere in Live-Situationen. Eine zusätzliche helle Darstellung neben dem aktuellen Dark Mode könnte die Ablesbarkeit in hellen Umgebungen verbessern. Einige der gelben Slider und Bedienelemente sind optisch ansprechend, lassen sich jedoch nur schwer präzise bedienen. Größere Touch-Flächen oder optionale numerische Eingaben könnten hier deutlich helfen.

Die grundsätzliche Struktur der App ist funktional, aber nicht immer intuitiv. Einstellungen sind auf die Bereiche Mixer/Edit, System und Advanced verteilt, teilweise ohne klare konzeptionelle Trennung. Eine stärkere Bündelung zusammengehöriger Parameter in einem einheitlicheren Workflow könnte die kognitive Belastung deutlich reduzieren und die Einarbeitung erleichtern, auch für erfahrene Anwender.

Auch das Preset- und Systemmanagement bietet viel ungenutztes Potenzial. Es ist nicht immer klar, wie EQs und Systemeinstellungen gespeichert oder zwischen Geräten übertragen werden. Zudem gibt es keine offensichtliche Möglichkeit, vollständige Systemkonfigurationen für unterschiedliche Einsatzszenarien wie Hochzeiten, Konferenzen oder Club-Umgebungen zu sichern. Die Möglichkeit, komplette Setups zu speichern, zu benennen und schnell abzurufen, wäre ein großer Gewinn für professionelle Workflows.

Ähnlich verhält es sich mit den Modi GROUP und LINKED. Der funktionale Unterschied ist nicht unmittelbar verständlich. Klare Erklärungen oder visuelle Hinweise, wie sich diese Modi auf das Steuerungsverhalten und die Signalverarbeitung auswirken, würden das Vertrauen in das System während Aufbau und Betrieb deutlich erhöhen.

Im realen Event-Einsatz könnten zusätzliche unterstützende Funktionen einen großen Mehrwert bieten. Eine optionale Messfunktion oder eine geführte EQ-Einrichtung direkt in der App würde helfen, schneller zu konsistenten Ergebnissen zu kommen. Werkzeuge für typische Sprachsituationen, etwa zur schnellen Reduktion von tieffrequentem Dröhnen oder zur Minimierung von Rückkopplungsrisiken, wären in der Praxis äußerst hilfreich.

Auch die Bluetooth-Funktionalität könnte klarer kommuniziert werden. Das System nutzt ausschließlich Bluetooth LE, wodurch eine Audioübertragung per Bluetooth nicht möglich ist. Da viele Nutzer Bluetooth automatisch mit Audio-Streaming verbinden, würde eine transparentere Kommunikation innerhalb der App helfen, realistische Erwartungen zu setzen. Sollte Audio-Streaming technisch nicht umsetzbar sein, ist Klarheit an dieser Stelle besonders wichtig.

Der Firmware-Workflow wirkt funktional, könnte aber moderner sein. Updates erfordern aktuell eine Computerverbindung über Micro-USB, anstatt direkt über die App durchgeführt zu werden. Ein stärker integrierter Update-Prozess würde den Komfort deutlich erhöhen und besser zu den Erwartungen an ein netzwerkfähiges System passen.

Insgesamt ermöglicht die LiveRemote App bereits den Zugriff auf leistungsfähige Hardware und solide DSP-Funktionen. Was derzeit fehlt, ist weniger Funktionalität als vielmehr Feinschliff. Mit verbesserter Touch-Bedienung, klareren Workflows, besserem Preset-Management und mehr Transparenz könnte die App das hohe Niveau der Hardware vollständig widerspiegeln. Ich wäre persönlich bereit, für eine ausgereifte, professionelle App-Erfahrung zu bezahlen, da intuitive UI- und UX-Konzepte im Live-Audio-Bereich essenziell sind.

Die Basis ist stark, und das Potenzial ist eindeutig vorhanden. Mit gezielter Weiterentwicklung könnte diese App zu einem der besten mobilen Steuerungswerkzeuge im professionellen Audiobereich werden.

Unterm Strich bleibt ein ambivalentes, aber ehrliches Fazit. Klanglich und vom Konzept her ist das System für meine Einsätze genau das, was ich gesucht habe. Es ist kompakt, leistungsfähig, punchy und auch bei hohen Pegeln angenehm zu hören. Der Weg dorthin war unnötig anstrengend, mit Transportschäden, App-Inkonsistenzen und offenen Softwarefragen. Dass ich das Setup heute trotzdem nutze und schätze, liegt einerseits an den klaren klanglichen Stärken und andererseits an einem Händler, der Probleme pragmatisch löst. Wer bereit ist, sich mit DSP, Gain-Struktur und Raumakustik auseinanderzusetzen, wird mit einem sehr leistungsfähigen und überzeugenden System belohnt. Wer hingegen ein reines Plug-and-Play-System erwartet, sollte sich dessen bewusst sein.


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